Einmal im Jahr „durchchecken lassen" – klingt vernünftig. Aber was steckt eigentlich hinter einem großen Check-up, was bringt er wirklich, und worauf sollten Sie achten? Ein ehrlicher Blick auf Nutzen, Ablauf und Kosten, ohne Verkaufsfloskeln.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein guter Check-up kombiniert Labor, Ultraschall, EKG und ein ausführliches Gespräch.
- Entscheidend ist die Auswertung: Werte brauchen Einordnung, keine Tabellen-Ampel.
- Sinnvoll ab etwa 35 – früher bei familiären Risiken oder Beschwerden.
- In der Privatpraxis: Preis nach GOÄ, vorab schriftlich – keine Überraschungen.
Warum überhaupt ein Check-up?
Viele ernsthafte Erkrankungen – Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes, Nieren- und Lebererkrankungen – entwickeln sich über Jahre völlig unbemerkt. Wenn Symptome auftreten, ist oft schon wertvolle Zeit verstrichen. Ein strukturierter Check-up macht sichtbar, was Sie nicht spüren können.
Wichtig ist mir dabei Ehrlichkeit: Ein Check-up ist kein Rundum-Schutzschild. Er ist eine Momentaufnahme mit hoher Aussagekraft – und der Startpunkt für einen Plan, der zu Ihrem Leben passt.
Was wird untersucht?
Der große Check-up in meiner Praxis besteht aus vier Bausteinen, die zusammen ein vollständiges Bild ergeben:
- Großes Labor: Blutbild, Leber-, Nieren- und Schilddrüsenwerte, Blutzucker- und Fettstoffwechsel, Entzündungsmarker sowie relevante Vitamine und Mineralstoffe.
- Ultraschall: Blick auf Bauchorgane und Schilddrüse – schmerzfrei und ohne Strahlenbelastung.
- Ruhe-EKG: Herzrhythmus und erste Hinweise auf Auffälligkeiten.
- Ausführliches Auswertungsgespräch: 45+ Minuten, in denen wir jeden Befund besprechen – verständlich und mit klaren nächsten Schritten.
Gut zu wissen: Mehr Messwerte bedeuten nicht automatisch mehr Erkenntnis. Ich stelle das Programm so zusammen, dass jeder Wert eine Frage beantwortet – statt neue Verunsicherung zu schaffen.
Für wen ist der Check-up sinnvoll?
Als Faustregel: ab Mitte 30 alle ein bis zwei Jahre. Früher und engmaschiger, wenn in Ihrer Familie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Krebserkrankungen vorkommen, wenn Sie rauchen, unter Dauerstress stehen oder einfach lange nicht beim Arzt waren.
„Die beste Behandlung ist die, die gar nicht erst nötig wird – weil wir früh genug hingeschaut haben."
Daniel Lindenthal, ArztSo läuft der Termin ab
Sie kommen morgens nüchtern in die Praxis. Nach der Blutabnahme folgen Ultraschall und EKG – alles an einem Vormittag, ohne Wartezimmer-Marathon. Sobald die Laborwerte vorliegen, treffen wir uns zum Auswertungsgespräch: Sie bekommen alle Befunde schriftlich, verständlich erklärt, plus einen konkreten Gesundheitsfahrplan für die nächsten zwölf Monate.
Was kostet der große Check-up?
Als Privatpraxis rechne ich nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ab. Der große Check-up beginnt ab 490 € – der genaue Preis hängt vom individuellen Umfang ab und liegt Ihnen vor der Untersuchung schriftlich vor. Private Krankenversicherungen und die Beihilfe erstatten in der Regel; gesetzlich Versicherte sind als Selbstzahler willkommen.
Wie bereite ich mich vor?
- 8–10 Stunden vorher nichts essen, Wasser ist erlaubt.
- Aktuelle Medikamente und frühere Befunde mitbringen.
- Fragen vorab notieren – das Gespräch gehört Ihnen.
Fazit
Ein großer Check-up lohnt sich dann, wenn er gründlich gemacht und gründlich erklärt wird. Genau dafür ist diese Praxis gebaut: Zeit für die Untersuchung, Zeit für das Gespräch – und ein Plan, mit dem Sie wirklich etwas anfangen können.
Arzt und Gründer der Privatpraxis Lindenthal in Stuttgart. Schreibt hier über Vorsorge, Diagnostik und einen gesunden Alltag – verständlich statt Fachchinesisch.
